Modul DR1030

Druckversion PDF-Version

Vom Baustoff zum Schadstoff: Stoffflüsse im Lebenszyklus einer Immobilie - Risikobeurteilung - rechtliche Grundlagen

Kursleiter/innenGudrun Bürgi-Schneider, Bürgi Nägeli Rechtsanwälte, Zürich
Ursin Ginsig, Geschäftsführer Eberhard Recycling AG, Eberhard Recycling AG, Kloten
Gerhard Schneider, HEIG-VD - Centre développement durable, Yverdon-les-Bains
Heinz Rothweiler, Projektleiter und Spezialist Schadstoffe Innenräume, Ecosens AG, Wallisellen
Dauer1 Tag
Datum21.09.2010
OrtBern-Liebefeld
Anmeldeschluss03.09.2010
Die Anmeldung ist nach wie vor möglich.
TeilnahmegebührenCHF 620.-
Anmelden

Zusammenfassung

Bauabfälle machen ca. 90% des Abfallaufkommens in der Schweiz aus. Baustoffe, die bestimmte technische Anforderungen erfüllen sollen, sind möglicherweise bei der Entsorgung problematisch oder haben Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner.

Grund genug, die Stoffflüsse im Lebenszyklus einer Immobilie zu analysieren – während des Baus, bei der Nutzung und beim Rückbau.

 
Diese Tagung wird von der Vereinigung für Umweltrecht VUR, ÖBU, der Association romande pour la protection de l'eau et de l'air ARPEA, Ecoparc, sowie FachFrauen Umwelt (FFU) empfohlen. Ihre Mitglieder erhalten 10% Rabatt auf die Teilnahmegebühr.

Inhaltsübersicht

• Baustoffe und Zuschlagsstoffe aus technischer und ökologischer Sicht
Risiken: finanziell, gesundheitlich, rechtlich
Gesundheitliche Folgen in belasteten Gebäuden
• Risiken durch toxische Stoffe:
finanziell, gesundheitlich, rechtlich
Asbest und PCB
Verbundmaterial, Recyclingbaustoffe und Zuschlagstoffe beim Abbruch
Gebäudekonzepte (Lüftung und Heizung): Chancen und Risiken
• Rechtliche Grundlagen : welche Rechtsnormen sind anwendbar?

Wie werden wir arbeiten?

Praxisnahe Vorträge von hochkarätigen und erfahrenen Referenten aus Privatwirtschaft und von Behörden. Podiumsdiskussionen mit Fragen aus dem Publikum.

Zielpublikum

Haus- und Grundeigentümer, Bauherren, Immobilienverwaltungen, Investoren, Banken, Versicherungen, Krankenkassen, Gutachter, Architekten und Bauingenieure, Kader aus Industrie und Gewerbe, Kantonale Verwaltung und Gemeindeverwaltungen.

Tagungsprogramm

1. Stoffflüsse während des Lebens einer Immobilie

Stoffflüsse im Lebenszyklus einer Immobilie
Philippe Künzler, BUT, Luzern
Über den gesamten Lebensweg eines Bauwerks, vom Bau über die Nutzung bis zum Abbruch oder Rückbau, fallen Stoffflüsse an und entstehen entsprechende Umweltauswirkungen. Sie sind bestimmend für das ganzheitlich betrachtete ökologische Profil einer Immobilie.

Bauchemikalien und Umwelt - Umweltrelevanz von Betonzusatzmitteln und FSHBZ-Gütesiegel- und Zuschlagsstoffe: technische Anforderungen im Licht von Ökologie und Toxizität
Andreas Häner, BMG, Schlieren
Beton enthält verschiedene Zusatzstoffe, um die Materialeigenschaften in frischem und ausgehärtetem Zustand entsprechend den technischen Anforderungen zu verändern. Es ist die Aufgabe der Hersteller dieser Betonzusatzmittel, die Umweltrelevanz dieser Chemikalien während des gesamten Lebenszyklus zu bewerten. Das FSHBZ-Gütesiegel legt ökologische Kriterien für Beton- und Mörtelzusatzmittel mit dem Ziel fest, die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt bei der Verwendung zu minimieren.

„Dicke Luft“? – Die Raumluftqualität in dichten Gebäuden
Roger Waeber, BAG, Bern
Die Raumluft ist unser wichtigstes Lebensmittel. Eine gute Raumluftqualität trägt wesentlich zu Gesundheit, Wohlbefinden und Produktivität der Gebäudenutzer bei. Verunreinigungen aus verschiedenen Quellen belasten unsere Raumluft. Diese Belastungen gilt es zu minimieren. Gleichzeitig muss aber immer auch eine gute Durchlüftung der Räume mit ausreichend Frischluft sichergestellt sein. Dieser Aspekt wird oft unterschätzt.

Mögliche gesundheitliche Folgen in schadstoffbelasteten Gebäuden
Heinz Rothweiler, Ecosens, Wallisellen-Zürich
Schadstoffbelastete Gebäude können die Gesundheit und das Wohlbefinden von Nutzern beeinträchtigen. Sie können z.B. zu Geruchsbelästigungen, Kopfschmerzen, Augenreizungen, Rhinitis, Schlafstörungen, Schwindel und im Extremfall zum Tod führen. Anhand von Praxisbeispielen wird gezeigt, welche Belastungen und Gesundheitsbeeinträchtigungen auftreten können.

Gebäudekonzepte (Lüftung, Heizung) in Alt- und Neubauten: Chancen und Risiken
N.N.
Kurzbeschreibung folgt in Bälde.

Podiumsdiskussion mit Fragen aus dem Publikum

2. Problemstoffe, Risk Assessment, Rechtsgrundlagen

Problemstoffe in bestehenden Gebäuden: Asbest und PCB
Heinz Rothweiler, Ecosens, Wallisellen-Zürich
Asbest kommt nach wie vor in der Mehrheit der Gebäude vor, die vor dem Asbestverbot von 1990 erstellt wurden. Bei Um- oder Rückbauten können Asbest- und PCB-Vorkommen zu hohen Mehrkosten führen. Im Referat werden u.a. mögliche Vorkommen präsentiert und gezeigt, wie böse Überraschungen weitgehend vermieden werden können.

Stoffe beim Abbruch: Verbundmaterialien, Recyclingbaustoffe, Zuschlagsstoffe - Triage, Entsorgung und Kosten
Ursin Ginsig und Hansruedi Eberhard, Eberhard Recycling, Kloten
In der Vergangenheit richtete sich die Entwicklung und Produktion von Baustoffe in erster Linie auf die funktionalen Eigenschaften für das Bauwerk aus. Überlegungen bezüglich der nachfolgenden Entsorgung standen häufig im Hintergrund. Dies ist wohl einer der wesentlichsten Gründen dafür, dass beim Recycling eine beliebige Anzahl von belasteten und unbelasteten Bau- und Verbundstoffen anfallen, die aufwändig aufbereitet und getrennt werden müssen. Das Referat gibt einen Einblick in den aktuellen und zukünftigen Stand der Aufbereitungstechnik sowie die Triagierung problematischer Materialien.

Systematisches Management von Risiken aus toxischen Baustoffen
Daniel Imfeld, Risiko- und Finanzmanagement, Baar
Die Perspektive des unternehmensweiten Risikomanagements eines institutionellen Immobilieninvestors Risk Assessment: was ist Risiko, welche Risiken sind von Bedeutung? Erfassung und Tracking von möglichen Schaden-/Verlustereignissen aus toxischen Baustoffen, differenzierte Analyse von Schadenauswirkungen, Überwachung von Risikoindikatoren, Möglichkeiten zur Verminderung von Verlusten und zum Transfer von Risiken.

Welche Rechtsnormen von der Wiege bis zur Bahre einer Immobilie?
Gudrun Bürgi-Schneider, Bürgi Nägeli Rechtsanwälte, Zürich
Haben Sie auch schon einmal die massgebenden rechtlichen Grundlagen gesucht? Schadstoffe in Immobilien werden in den unterschiedlichsten Gesetzen und Normen geregelt. Das Referat gibt einen Überblick und Hinweise, wie vorgegangen werden kann.

Podiumsdiskussion mit Fragen aus dem Publikum